Athavan & Adshaya — Monogramm

6. Mai 2026 · Murugan Kovil, Toffen

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Tamilische Hindu-Zeremonie

6. Mai 2026 · Murugan Kovil, Toffen

09:15 – 14:00

Eine tamilische Hindu-Hochzeit ist eine jahrhundertealte, heilige Zeremonie. Sie entfaltet sich in drei Phasen — von der feierlichen Ankunft über die heilige Vereinigung bis zu den Versprechen und Segnungen. Der Höhepunkt ist die Thali-Zeremonie, in der Athavan Adshaya die heilige Kette umbindet und damit die Ehe besiegelt.

Phase I

Ankunft

Die Zeremonie beginnt: Der Bräutigam wird willkommen geheissen, der Altar geweiht, und die Braut tritt feierlich ein.

01

மாப்பிள்ளை வரவேற்பு

Mappillai Varaverpu

Begrüssung des Bräutigams

Die Zeremonie beginnt mit der Ankunft des Bräutigams Athavan. Er wird vom Thozhan Inthu (Trauzeuge) empfangen, der die Brautseite repräsentiert.

Der Tempel als Haus der Braut

In der tamilischen Tradition gilt der Tempel als Haus der Braut. Athavan wird von der Familie der Braut herzlich willkommen geheissen und zum Manavarai (Hochzeitsaltar) geführt, um den Priester zu treffen.

02

பிள்ளையார் பூஜை

Pillayar Pooja

Heiligung & göttlicher Schutz

Die Zeremonie wird mit dem Gebet zu Lord Pillayar (Ganesha), dem Beseitiger aller Hindernisse und Bringer des Glücks, eröffnet.

Heiligung des Altars

Der Priester heiligt den Manavarai (Hochzeitsaltar), indem er heilige Mantras chantet und geweihtes Wasser und Segen spricht.

Das Therapai

Der Bräutigam erhält ein Therapai (Segensfaden aus Safran) als Zeichen spiritueller Reinigung, der schützend um das Handgelenk gebunden wird.

03

மணமகள் வருகை

Manamagal Varugai

Ankunft der Braut

Die Braut Adshaya kommt zum Manavarai, anmutig begleitet von den Bridesmaids und der Thozhi Arani (Trauzeugin), die die Seite des Bräutigams repräsentiert.

Adshaya erhält die gleichen heiligen Segnungen, die zuvor dem Bräutigam gegeben wurden, und betritt die Zeremonie mit Ehrfurcht und Anmut.

Phase II

Heilige Vereinigung

Im Herzen der Zeremonie: die göttliche Pooja, die Übergabe der Braut und das Binden des Thali — der heiligste Moment der gesamten Hochzeit.

04

திருமாங்கல்யம் பூணுதல்

Thirukalyanam

Hauptzeremonie

Dies ist das spirituelle Herz der Zeremonie — drei heilige Rituale werden nacheinander vollzogen:

  • Shiva Parvathi Pooja — symbolisiert die göttliche Vermählung von Lord Shiva und Göttin Parvathi. Dieses heilige Ritual ist als Thirukalyanam bekannt.
  • Navagraha Pooja — die Segnungen der neun Himmelskörper werden erbeten.
  • Omam — das heilige Feuer wird entzündet, das Agni, den Gott des Feuers, repräsentiert, der als Zeuge der Vereinigung dient.
05

கன்னிகாதானம்

Kannikadhanam

Übergabe der Braut

In diesem zutiefst symbolischen Moment wird die Braut von ihren Eltern formell in die Ehe übergeben, ihr in die Obhut und Liebe des Bräutigams und seiner Familie anvertraut.

Der Priester ruft göttlichen Segen an, während die Braut auf dem Schoss ihres Vaters sitzt — ein letztes Mal unter der elterlichen Fürsorge.

Die Gaben

Adshaya erhält zwei Symbole der ehelichen Verbundenheit:

  • Koorai Saree — der Hochzeitssaree
  • Thali — die goldene Hochzeitskette
06

தாலி கட்டுதல்

Thali Kattutal

Das Binden des Thali — Der heiligste Moment

Dies ist der heiligste und bedeutendste Moment der Hochzeit. Das Thali, ein goldener Anhänger an einer Kette, symbolisiert die spirituelle und ewige Verbindung des Paares. Es hat in der tamilischen Tradition die gleiche Bedeutung wie ein Ehering im Westen. Athavan legt Adshaya das Thali um den Hals und bekräftigt damit seine Liebe und Hingabe. Die Gäste überschütten das Paar mit Blütenblättern zur Freude und Segnung. Das Brautpaar ist nun formell verheiratet.

Die Tradition der drei Knoten

Traditionell wurde das Thali mit drei Knoten gebunden — der erste vom Bräutigam, die weiteren zwei von seiner Schwester. Sie stehen für die Verbindung zum Göttlichen, zum Ehemann und zur Familie. Heute hat das Thali meist einen Drehverschluss, weshalb dieses Ritual nicht mehr praktiziert wird.

Das rituelle Schmücken der Braut

Nach dem Binden des Thali, wird die Braut mit besonderen Gegenständen geschmückt. Jeder Gegenstand trägt eine besondere Bedeutung:

  • Spiegel — Steht für Selbstreflexion und Schönheit. Die Braut soll sich in ihrer neuen Rolle als Ehefrau selbst erkennen und ihre innere wie äussere Schönheit wahrnehmen.
  • Parfum — Steht für Anmut und Anziehung. Der Duft symbolisiert, dass die Frau ihr Heim und ihre Familie mit Wärme und Wohlwollen erfüllt – wie ein Duft, der einen Raum durchzieht.
  • Kamm — Steht für Ordnung und Fürsorge. Das Kämmen symbolisiert, dass die Braut ihr neues Leben geordnet und mit Sorgfalt führen wird – auch für ihre Familie.
  • Kurkuma — Steht für Reinheit, Schutz und Heiligkeit. Kurkuma hat im Hinduismus eine reinigende und apotropäische (böses abwehrende) Wirkung. Es schützt die Braut und bringt Glück.
  • Kumkuma — Steht für Mangalya (Eheglück) und Shakti (weibliche Kraft). Das rote Pulver auf der Stirn zeigt den Status als verheiratete Frau und ist Zeichen des Segens von Göttin Lakshmi.
  • Seife — Steht für Reinheit des Körpers und der Seele. Der Beginn des Ehelebens soll rein und unbelastet sein – ein symbolischer Neuanfang.

Phase III

Versprechen & Segen

Drei Umkreisungen des heiligen Feuers, die Segnungen aller Anwesenden und das erste gemeinsame Mahl.

07

அக்னி பிரதக்ஷிண

Agni Pradakshina

Umkreisung des heiligen Feuers

Das frisch vermählte Ehepaar geht dreimal gemeinsam im Kreis um Agni, das heilige Feuer. Jeder Schritt symbolisiert ein Versprechen für die Ehe: gemeinsam zu wachsen und füreinander zu sorgen.

Ammi und Metti

Athavan setzt sanft Adshayas rechten Fuss auf den Ammi (Granitstein) — ein Symbol für eine starke und stabile Grundlage. In der zweiten Runde wird der andere Fuss auf den Ammi gesetzt. Dabei wird Adshaya jeweils ein Metti (silberner Zehenring) am zweiten Zeh angelegt — das sichtbare Zeichen einer verheirateten Frau in der hinduistischen Tradition, vergleichbar mit dem Ehering im Westen.

Der Ring im Wasserkrug

Bei jeder Runde versucht das Paar spielerisch, einen Ring in einem Wasserkrug zu finden — ein unbeschwert-fröhlicher Moment, der an Verständnis und Kompromisse erinnert.

08

ஆசீர்வாதம்

Aseervatham

Segen

Die Zeremonie schliesst mit dem Empfang der Segnungen von allen Anwesenden:

  • Priester
  • Eltern
  • Verwandte
  • Freunde

Als Symbol der Liebe und des Wohlwollens wird das Brautpaar mit Safranreis überschüttet, verbunden mit den herzlichsten Wünschen für ein langes, freudvolles und wohlhabendes gemeinsames Leben.

09

பூதகளம்

Poothakalam

Erste gemeinsame Mahlzeit

Das frisch vermählte Ehepaar geniesst seine erste gemeinsame Mahlzeit. Traditionell wird auf einem Bananenblatt gegessen — das Brautpaar isst und füttert sich gegenseitig als Zeichen der gegenseitigen Fürsorge.